Fragen & Antworten

Fragen

... an die Projektverfasser:

Antworten

... der Halter AG:

Welche Interessen stecken hinter der Lancierung
dieses Projektentwurfs?

Einerseits befindet sich unser Sitz an der Hardturmstrasse, andererseits sind wir im Besitz von Immobilien und realisieren diverse Projekte im Quartier. Wir sind also an einer prosperierenden Entwicklung des Quartiers direkt interessiert.

Als Immobilienentwickler sind wir uns der Verantwortung bewusst, dass jedes Gebäude den Ort für die nächsten Jahrzehnte, und vielleicht noch viel länger, prägt. Aus der Befürchtung, dass mit dem Vorgehensvorschlag des Stadtrats eine zukunftsgerichtete Entwicklung auf und um das Duttweiler-Areal für längere Zeit verunmöglicht würde, wollten wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und einen fachlichen Beitrag leisten.

Weitergehende Absichten haben wir keine, schon gar nicht, dass wir an einer möglichen Entwicklung des Areals mitwirken möchten.


Mit dieser Massnahme kritisieren Sie den Stadtrat ziemlich hart, oder? Die Absicht des Stadtrats scheint zwar löblich, aber die Umsetzung ist übereilt und nicht wirklich durchdacht. Für einen derart strategischen Ort in der Stadt Zürich muss sich der Stadtrat mehr Zeit nehmen, bevor er die Weichen für längere Zeit stellt.

Sind Sie denn nun für oder gegen ein Asylzentrum in Zürich-West? Offen gestanden sind wir nicht glücklich, dass das Bundesasylzentrum in Zürich-West gebaut werden soll. Darüber, ob es hier am richtigen Ort wäre, liesse sich streiten. Dies ist aber nicht Gegenstand unseres Diskussionsbeitrages. Davon ausgehend, dass es allenfalls dem politischen Konsens entspricht, es hier auf dem Duttweiler-Areal anzusiedeln, wollten wir uns konstruktiv mit diesem Plan auseinander setzen.

Welche Erwartungshaltung haben Sie nun nach der Lancierung bzw. Veröffentlichung des Projekts?

Wir würden uns wünschen, dass der Stadtrat kurz innehält und die Möglichkeit einer alternativen Lösung ernsthaft prüft.

Sollte ein Bundesasylzentrum in Zürich-West tatsächlich realisiert werden, dann müsste eine städtebaulich und bezüglich Quartierentwicklung sozial und wirtschaftlich verträgliche Lösung erarbeitet werden. Dazu wären mit Sicherheit mehr als nur 12 bis 18 Monate nötig.


Wie stehen Sie zu einem Architektur-Wettbewerb? Wir befürworten grundsätzlich Wettbewerbe, da solche Verfahren im Allgemeinen zu guten Lösungen verhelfen. Entscheidend ist aber eine professionelle, zielführende Vorbereitung und nachfolgende Umsetzung.

Würden sie daran teilnehmen? Da wir selber keine Architektur machen, würden wir an einem Wettbewerb nicht teilnehmen. Sollte ein Gesamtleistungswettbewerb ausgeschrieben werden, würden wir eine Teilnahme sicherlich prüfen.

Welche Nutzung würden Sie nach Ablauf der 15-jährigen Testphase anstelle des Asylzentrums vorsehen? Liessen sich neue Mieter finden? Angedacht ist eine multifunktionale, nachhaltige Gebäude- und Raumstruktur, die verschiedene Nutzungen zulässt. Möglich wären zum Beispiel Schulräume, Gewerberäume, studentisches Wohnen und noch einiges mehr.

Die Realisierung Ihres Projektvorschlags dauert 3 Jahre länger als der Vorschlag des Stadtrats. Halten sie das für realistisch?

Uns scheinen die Vorgaben des Stadtrats unrealistisch. Auch bei seiner Projektidee müssen für Planung, Bewilligung und Realisierung mindestens zwei bis drei Jahre eingerechnet werden, vorausgesetzt, es werden keine Einsprachen erhoben.

Sicher ist auch unser Zeitplan eng. Bei politischem Konsens und ohne Einsprachen ist er jedoch realisierbar. Die zeitliche Verschiebung würde sich auf ungefähr 18 Monate belaufen - gut investierte Zeit für eine in jeder Hinsicht bessere Lösung.


Das Duttweiler-Grundstück befindet sich heute im Verwaltungsvermögen und müsste ins Finanzvermögen der Stadt Zürich übertragen werden, wenn es einem zukünftigen potenziellen Investor übergeben werden sollte - wie beurteilen Sie das?

Es ist an der Stadt Zürich und den politischen Behörden, eine solche Übertragung einzuleiten und umzusetzen. Letztlich liegt es am politischen Willen, einen solchen Entscheid herbeizuführen.


Das Areal steht heute in der Zone für öffentliche Bauten (Oe6). Darin vorgesehen sind beispielsweise Verwaltungsgebäude, Schulen etc.                                          Ihr Projekt wäre demnach aus heutiger Sicht gar nicht zonenkonform?!

Das ist richtig. Wir sind deshalb in der Projektstudie von einem Gestaltungsplan ausgegangen. Sollte es nämlich dem politischen Willen entsprechen, auf dem Areal ein Bauprojekt zu errichten, läge es in der Macht der Behörden, einen entsprechenden Änderungsprozess anzustossen und voranzutreiben.   


Wenn Ihr Projekt zustande käme: Glauben Sie, dass es genügend Mietinteressenten gibt, die in die günstigen Mietwohnungen oberhalb des Asylzentrums einziehen möchten? Diese Frage stellt sich nicht nur in Bezug auf die Wohnungen, sondern grundsätzlich für das Quartier. Die Antwort hängt weitgehend davon ab, ob es dem Bund und der Stadt tatsächlich gelingen wird, die Asylsuchenden sozialverträglich ins Quartier einzubinden. Eine durchdachte, gut durchmischte, urbane Gesamtkonzeption könnte diesem Anliegen zuträglich sein.

Will sich überhaupt ein Gewerbetreibender, Künstler, Unternehmer in unmittelbare Nähe eines Asylzentrums begeben? Die Frage der Sicherheit ist hier ausschlaggebend. s. oben

Sie planen auf einer grösseren, als vom Stadtrat vorgeschlagenen Parzelle. Weshalb? Im Hinblick auf eine stadtplanerische Betrachtung müsste sinnvollerweise das gesamte Areal mit einbezogen werden. Die Realisierung könnte schliesslich in Etappen erfolgen, solange die bisherige Nutzung auf dem nördlichen Arealteil nicht verlagert werden kann oder soll.

Wer soll das Alternativprojekt letztlich finanzieren bzw. wie viel müsste die Stadt(bevölkerung) zahlen?

Anm.: Für das geplante Containerdorf hat die Stadt keine Aufwendungen

In der Planungsphase würde die Stadt Zürich für die Finanzierung aufkommen. Wir gehen davon aus, dass das Parlament einem Planungskredit zustimmen würde. Durch die Übertragung an eine spätere Trägerschaft könnten auch diese Kosten überwälzt werden, so dass bei erfolgreicher Realisierung der Stadt keine Kosten entstehen dürften.

Wie sieht das weitere Vorgehen aus? Wir betrachten unsere Aufgabe als abgeschlossen, stellen dem Stadtrat sämtliche Unterlagen zur Verfügung und überlassen ihm das weitere Vorgehen.